Flörsheim II scheidet im MTS Pokal unglücklich gegen Groß-Gerau I in Runde 2 aus


Weber, S. (1828) - Sander,K. (1880) 0 - 1
Beck, M. (1830) - Tischler, C. (1803) 1 - 0
Jamali, W. (1806) - Rosenthal, M. (1645) ½ - ½
Weber, A. (1697) - Engemann, S. (1630) ½ - ½


Coach Beck hatte mit der Aufstellung eine Weiß-Strategie verfolgt. Der Plan war, dass Flörsheim an
den Brettern 2 und 3 mit Weiß auf Gewinn spielt und die Schwarzpartien remisieren sollte. Am
Anfang schien dieser Plan perfekt aufzugehen. Wahid an Brett drei konnte sein geliebtes London
System anbringen und sein Gegner spielte zu passiv. Becki täuschte seinen Gegner mit 1.Sf3 an, der
ging fälschlicher Weise davon aus, dass er nach 1… g6 in sein gewohntes Königsindisch Setup kommt,
aber 2.e4! beendigte dies Hoffnung und plötzlich fand sich die kleine Alice im Pirc-Wunderland
wieder. Nach nur 9 Zügen spuckte „Alice im Wunderland“ den ersten Bauern. Bei Samuel und Andy
war nach der Eröffnung alles im grünen Bereich. Coach Beck klopfte sich schon auf die Schulter -
„alles richtig gemacht!“.


Nach 1,5 Stunden Spielzeit stellt Coach Beck überrascht fest, dass an Brett 3 bereits analysiert wird.
Prima denkt er, Wahid stand positionell klar auf Gewinn und hat solche Stellungen schon 100 mal
gewonnen, also auf zum Champ und ihm zu seinem Blitzsieg gratulieren. Aber dann – oh Schreck!! –
Wahid hatte ohne Not in ein völlig ausgeglichenes Endspiel abgewickelt und mußte das
Remisangebot seines Gegners akzeptieren. Coach Beck ist entsetzt. Wieder am Brett schnappt sich
Coach Beck einen zweiten Bauern und schaltet auf Konsolidieren um. Also mal aufstehen und
schauen was die beiden Webers so treiben.


Nach kurzem Blick auf Brett 1 wird Becki ganz mulmig, Samuel läßt sich die Dame einfangen und gibt
unverrichteter Dinge auf. Zwischenergebnis ½ - 1 ½. Noch schlimmer ist, dass ein 2-2 uns nichts
nützt, wir müssen die beiden restlichen Partien gewinnen. Also rüber nach Brett 4. Aber auch hier
will Becki seinen Augen nicht trauen, stand Andy nach der Eröffnung nicht klar besser ? Die Stellung
die sich mir jedoch zu diesem Zeitpunkt offenbart kann man getrost als hoffnungslos für Andy
bezeichnen.


Coach Beck überlegt, ob er seinem Gegner nicht dazu überreden kann, dass er seine verlorene
Stellung einfach aufgibt und er somit zumindest früher nach Hause kommt. Nach 30 Minuten kann ich
mich dazu überwinden die Weber-Ruine an Brett 4 zu begutachten. Was sich ihm da auftut macht
den Coach völlig sprachlos, Andy ist dem Tod von der Schippe gesprungen und steht klar auf Gewinn.
Sein Glück nicht fassend springt der Coach an seine Brett wo sein Gegner doch arg in den Seilen
hängt. Becki’s Gegner versucht es am Ende mit der Brechstange - aber der Coach verteidigt sich
weitsichtig und steht am Ende mit 2 Mehrbauern und eine Qualität mehr im Endspiel klar auf
Gewinn. Also wieder frohgemutes an Brett 4 um zuzuschauen, wie Weber seinen Gegner grillt. Und
wieder fällt Becki die Kraft aus dem Gesicht „was zur Hölle??“. Andy hat sich analog Wahid dazu
entschlossen ohne Not in ein Doppelturmendspiel mit Mehrbauer abzuwickeln, das zu gewinnen
scheint mir fast aussichtslos – und genau so kommt es dann auch. Remis an Brett 4. Damit 1-2 und
selbst bei einem Sieg von Becki nur 2-2 und aufgrund der Brettwertung ausgeschieden. Becki’s
Gegner gibt kurz danach auf, aber so richtig freuen kann sich Coach Beck nicht. Mist!!